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Alles zu seiner Zeit

Freitag, letzter Punkt in Saal D.
„Wir sind hier dann auch demnächst fertig!“ dringen die Worte des Operateurs an meine müden Ohren. „Naaaaaaaaaa endlich!“ denk ich mir, lege die Narkosebravo zur Seite, stehe auf, lege eine Hand auf den Stoppknopf des Propofolperfusors und werfe einen interessierten Blick über das Tuch.
Tatsächlich scheint das Ende der an Dramatik kaum zu unterbietenden Leistenhernien-OP bei einem ASA-I-Patienten absehbar: In der Tiefe des Inguinalschnittes blitzt rund um den Samenstrang ein liebevoll eingestepptes Vicrylnetz auf. Sieht für mein ungeübtes, trübes Anästhesistenauge so ähnlich aus wie sonst immer, kurz bevor die chirurgischen Kollegen sowas zunähen. „Spülung, Subkutan“ bestellt der Chirurg bei der OP-Schwester.
Er scheint es also ernst zu meinen. Ich rekapituliere also einmal im Stillen für mich: Relativ jung, relativ gesund, 25+15 Mücken Sufenta auf gute 80kg und etwa 80 Minuten Seit Einleitung, Prämed-Dormicum müsste raus sein, könnte alles klappen. Also reduziere ich das Propofol schon mal von 6mg/kg/h auf 3, dreh 100% Sauerstoff rein, regel den Flow etwas hoch und die Beatmung so nach, das der Patient die Chance zur assistierten Spontanatmung hat – ich bin ja eigentlich gar nicht so.
SpülSchlürfSpülSchlürf-StichStichStich – Pünktlich zum letzten Drittel der Subkutannaht setzen die ersten Bemühungen des Patienten wieder aktiv selbst am Gasaustausch teilzunehmen ein, was absolut in meinem Sinne ist.

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